„Alles Große ist ein Trotz“

Gewerbeschule Mosbach verabschiedete 38 Abiturienten des Technischen Gymnasiums

Mosbach. Mit der Begrüßung der Festgesellschaft eröffneten die frischgebackenen Abiturienten Sebastian Schmidt und Benjamin Spohrer die Abschlussfeier des Abiturjahrgangs 2018 des Technischen Gymnasiums Mosbach. Der Leiter der Gewerbeschule, OStD Andreas Hoffner, richtete seine Grußworte an die Festgäste, die Eltern – und vor allem natürlich an die erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2018.

In seiner Begrüßung zog er Vergleiche zwischen der jetzt beendeten Schulzeit und der gerade laufenden Fußballweltmeisterschaft. Nach den erfolgreich bestandenen „Qualifikationsrunden“ – also den Abschlüssen an ihren früheren Schulen – wurden die Schüler „wegen ihrer guten Noten für die Abitur-Endrunde an der Gewerbeschule Mosbach zugelassen“. Im Unterschied zur Weltmeisterschaft hätten sie jedoch nicht gegen andere Mannschaften gekämpft, „sondern nur für sich selbst“. Dabei sei mit dem Abitur-Endrundensieg aber eigentlich erst die Vorrunde der Berufslaufbahn überstanden. Jetzt komme die Zwischenrunde in Form des Studiums oder der Ausbildung und danach erst die Hauptrunde im Berufsleben. Dabei werde es sicher auch manche Rückschläge geben. Hoffner zeigte sich aber zuversichtlich, dass die in der Schulzeit erworbenen Fähigkeiten den Absolventen helfen, auch schwierige Zeiten durchzustehen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Er wünschte ihnen „Glück, Gesundheit und Freude im Leben“.

Die Festrede hielt der Erste Landesbeamte des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Björn-Christian Kleih. In ihr reflektierte er das Verhältnis der heutigen „Generation Z“ zur Autorität in ihren unterschiedlichen Erscheinungsweisen. Autorität habe zwei Gesichter: einerseits mache sie das Leben einfacher, in dem sie soziale Komplexität reduziere, andererseits verleite sie zu Machtmissbrauch. Heute feierten die Absolventen mit den Autoritäten, die ihr bisheriges Leben geprägt hätten: den Eltern und Lehrern. Bisherige Autoritätsstrukturen würden im Studium und Berufsleben durch neue ersetzt. Würden sie nicht freiwillig anerkannt, sondern einseitig in Anspruch genommen, führe das zu entsprechenden Gegenreaktionen: „Wir reiben uns an Autorität und können – sofern uns die Autorität nicht zerschmettert – als Individuen, als Persönlichkeiten, womöglich sogar als Gesellschaft reifen und wachsen. Schon Thomas Mann hat deshalb festgestellt: ,Alles Große ist ein Trotz´.“ Auch die heutige „Generation Z“ strebe danach, Karriere zu machen und Führungspositionen auszuüben, „allzeit bereit zur Rettung unseres Gemeinwesens“.

Im Anschluss erfolgte die Verleihung der Sonderpreise. Den Förderpreis des Unternehmenskreises Mosbach erhält Tim Brauch – er wird gesondert überreicht. Den Förderpreis des Fördervereins der Gewerbeschule Mosbach für herausragende schulische Leistungen konnte Chris Mader entgegennehmen. Patricia Hansal wurde sowohl mit dem Preis des Lions-Clubs Mosbach für ihr soziales Engagement als auch mit einem Buchpreis für ihre Leistungen in katholischer Religion geehrt. Sonderpreise für das Fach Physik erhielten Tim Brauch und Florian Bengel, während Mirko Molzer die Alfred-Maul-Medaille im Fach Sport überreicht wurde. Zu guter Letzt konnte OStR Thomas Böse-Freitag den Schüler Gerrit Koepke mit dem Scheffelpreis für das Fach Deutsch auszeichnen. In seiner Laudatio nahm Böse-Freitag Bezug auf die stets wiederkehrende Schülerfrage „Wie soll ich denn anfangen?“, um daran anknüpfend den chaotischen und kreativen Schreibprozess zu charakterisieren. Gedanken mit den Mitteln der Sprache nachzuformen, „dies ist die grundlegende Kulturtechnik in allen Zeiten gewesen, auch heute im so genannten Computerzeitalter gilt das noch und wird immer gelten“. In seiner Dankesrede betonte Gerrit, wie sich Literatur für ihn mit dem Interesse für Politik verbinde, und schloss seine Rede entsprechend mit einer leichten Abwandlung eines bekannten Merkel-Zitats: „Wir haben es geschafft!“

Nach dem offiziellen Teil  der Abschlussfeier stärkte sich die Festgesellschaft am Buffet und ging zum privaten Teil des Abends über.

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